mann im haus

„das telefon geht nicht“. den kaulauer „dann rufen sie doch die hotline an“ habe ich mir an dieser stelle erspart – das wäre dem betriebsklima nicht zuträglich gewesen. auch beliebt sind folgende ausrufe: “ ich habe keine verbindung in`s internet“. „wieso funktioniert die remotedesktop verbindung nicht?“  „immer wenn ich die warenwirtschaft schliesse kommt die fehlermeldung xy“ „der router blinkt so komisch“ „kann man eigentlich den text auf der mailbox ändern?“ und so weiter und so fort. die liste lässt sich beliebig fortführen, wenn man denn möchte.
wenn man mutig wäre, dann könnte man mal ganz doll ehrlich zu sich sein und sich überlegen, wie das verhältnis zwischen mehrarbeit dieser errungenschaften und nutzen denn wirklich ausfällt. dann könnte man sich mal überlegen, wieviele stunden und wieviele euros man zusätzlich investiert, damit etwas funktioniert bzw. wieder funktioniert. denn all die technischen helferlein haben eine ganz chrakteristische eigenart: sie können auch nicht funktionieren. also die gretchenfrage: last oder lust? fluch oder segen? tja – all diese kalendersprüche sind nicht umsonst entdeckt worden. daila lama hat diesen umstand in einem seiner bücher so treffend analysiert. all diese vielen, schönen modernen besitztümer, die das leben vermeindlich erleichtern, bringen auch eine grosse last mit sich. oder einfach ausdrückt: je mehr du hast, umso mehr musst du dich auch kümmern. eine these, die jede art von besitz in frage stellt. und diese frage stelle ich mir auch hin und wieder an solchen tagen, an denen nun so fast gar nichts funktioniert, wie es könnte oder sollte. aber was ist die alternative? zurück zur steinzeit? zettelwirtschaft versus bits & bites? manchmal entwickelt man schon sehnsüchte, die dieser richtung folgen. und daran schliesst sich meine these an, wenn ich mit offenen augen der reizüberflutung ausgesetzt bin. eigentlich ist der gemeine mensch mit all diesen dingen hoffnungslos überfordert. und mittlerweile erfordert es mehr kraft sich diesem strom zu entziehen, als den nutzen gewinnbringend einzusetzen. ein unendliches thema …. aber was solls – dafür funktioniert das telefon wieder. ich hab`den stecker einfach wieder `reingetan.

4 Kommentare zu “mann im haus

  1. Hallo Oliver,

    was willste machen, das ist der Lauf der Dinge. Zurück in die Steinzeit nur weil „jemand“ nicht gemerkt hat, dass der Stecker nicht drin war ? Da legste deinem Nächsten netterweise nen Faustkeil hin und dann stellt dieser hilflos fest, dass er nicht schneidet oder nicht spitz genug ist 😉 Und Kindermöbel aus Stein ? Naja, robust wäre sie ja *lach*.
    Nee, laß man, ist schon gut so wie es ist…nur stört es mich, dass alles teurer wird, aber die Lebensdauer und Stabiltät der Ware oft schlechter. Daran sollte man was tun.
    Oder nen Lehrgang im Nachdenken bevor man den Chef fragt. Mit Mann oder Frau im Haus hat das oft gar nichts zu tun.

    Einen schönen Tag noch 🙂

  2. hallo thomas,

    kindermöbel aus stein wäre eine überlegung wert …
    du hast schon recht – das waren auch eher grundsätzliche überlegungen. denn es ist oft ein trugschluss, dass mit dem steigen der möglichkeiten auch eine vereinfachung einher geht.

    schöne grüsse zurück

    oliver

  3. Hallo Herr Beil,

    als kürzlich bei uns nach einem Stromausfall beinahe gar nichts mehr funktionierte, der Server ausfiel und auch sonst praktisch kein Kontakt zur Außenwelt möglich war, waren die Mädels hier erstmals richtig froh (ja, fast schon dankbar), dass ich mich auf 10x10cm organisiere. Meine kleine Zettelchen funktionieren einfach immer – naja, so lange kein Wind über den Schreibtisch fegt. 🙂

    Viel schlimmer als eine nicht funktionierende Telefonleitung finde ich ein Babyphone, das ja nun eigentlich dafür sorgen soll, dass die Eltern entspannt sein können während der Sprössling schlummert. Was nun aber, wenn dieses seltsame Babyphone plötzlich meint, dass der Empfang nicht perfekt wäre oder der Akku zur Neige geht? Genau, es piept ganz fürchterlich. Und nein, nicht nur auf der Empfängerseite. 🙂
    Man muss schon ein sehr positiver Mensch sein, um all den technischen Errungenschaften nur Gutes abgewinnen zu können. Ich übe noch…

    Schöne Grüße,
    Kathrin

  4. hallo kathrin,

    na, wenn sie noch üben, dann können wir ja fast schon eine selbsthilfegruppe gründen. ich übe nämlich auch noch. und je komplexer das system wird, desto mehr übung ist erforderlich.

    schöne grüsse

    oliver beil

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