wahrscheinlichkeitsrechnung

immer wenn etwas bei möbellieferungen schief läuft oder kunden mit uns schimpfen – zu recht oder auch nicht so zu recht – weil wir mit terminen gepennt haben oder uns ein lieferant im stich gelassen hat, entschuldigen wir uns in vielen fällen mit einer bettwäsche. wir lassen dann die kunden ausssuchen. die wahrscheinlichkeit, dass wir danach die teuerste kinderbettwäsche verschicken ist bei nahezu 100% – also keine wahrscheinlichkeit mehr, sondern gewissheit. was eine weitere gewissheit ist? dass wir uns weiterhin mit einer schönen bettwäsche nach wahl entschuldigen … sehr wahrscheinlich zumindest.

5 Kommentare zu “wahrscheinlichkeitsrechnung

  1. Wahrscheinlich, werter Herr Beil, könnte diese Bettwäsche aussehen wie einmal von Benjamin Blümchen als Taschentuch benutzt (was sie natürlich nicht tut), und wäre trotzdem die begehrteste. Das liegt in der Natur der Sache resp. des Preisschilds. Das übt eine ungemeine Faszination in solchen Fällen aus. Umso mehr ehrt sie Ihre Attitüde.
    Mein Kinderbett wurde übrigens von meinem Großvater zusammengehauen. Er hatte Hammergewalt als Schreiner. Und das Bett war vorzüglich, so in der Nachbetrachtung.
    Gibt’s denn Neues vom Unterwasserfederball?
    Ihr Erdge Schoss

  2. guten morgen herr schoss,

    wahrscheinlich haben sie recht und eher unwahrscheinlich, dass ich das begreifen werde.
    haben sie ein foto ihres kinderbettes?
    was den sport angeht, werde ich sie kontaktieren. rein sportlich gesehen bin ich momentan eher in moll gestimmt – dazu aber später an dieser stelle (vielleicht) mehr.

    herzliche grüss

    oliver beil

  3. Guten Abend, werter Herr Beil,
    nun ja, es liegt in der Natur des Menschen, dass er nicht alles und so weiter, so sind wir halt, deshlab ja auch die vielen schönen Ratgeber.
    Ein Bild meines herzzerreißend ebenso schlichten wie schönen Betts würde ich Ihnen gern präsentieren, alein: damals steckte die Fotografie noch in den Kinderschuhen. Und es Ihnen aufzumalen wäre Frevel gegenüber all jenen, die den Stift virtuos schwingen. Ich könnte es Ihnen vielleicht trommeln, aber das würde in der Sache nicht wirklich weiter helfen.
    Und was den Sport angeht: lassen Sie sich ruhig Zeit.
    Ihr Erdge Schoss

  4. Sehr geehrter Herr Beil,

    es amüsiert mich doch sehr, Ihren Blog zu lesen und kann nun endlich verstehen, warum ich beim ersten Besuch in ihrem Laden etwas verwundert war. Vielleicht lag meine Verwunderung darin begründet, dass ich als Kunde es nicht gewohnt bin, die Erwartungshaltung des Betreibers eines Geschäftes zu erfüllen. Aber zum Glück geben Sie mir mit Ihrem Blog hinweise darauf, was Sie von Ihren Kunden erwarten und halten.

    Da ich auch zu den Kunden gehöre, die auf bestellte Möbel warten, freue ich mich schon heute auf die teuere Bettwäsche.

    Die Ausführungen zur Wahrscheinlichkeit finde ich auch sehr aufschlussreich, da man für gesicherte Aussagen zur Wahrscheinlichkeit eine gewisse Grundgesamtheit benötigt. Daher schließe ich aus Ihren Ausführungen, dass es recht häufig bei Ihnen zu Lieferproblemen kommt. Vielleicht sollten Sie in dieser Beziehung einfach etwas mehr Sorgfalt walten lassen. Dann brauchen Sie auch nicht mehr, so viel Wäsche zu verschenken.

    Falls Sie mit der Behauptung jedoch recht haben sollten, dass das Auswahlkriterium für die Bettwäsche der Preis ist, könnten Sie ja auch einfach günstige Bettwäsche hoch auspreisen, obwohl ich glaube, dass Ihre Kunden durchaus in der Lage sind Qualitätsunterschiede zu erkennen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Oliver

    PS. Trotz des Ärgers über verschobene Liefertermine und nie erhaltene Rückrufe von Kinderräume, möchte ich darauf hinweisen, dass zumindests eine Mitarbeiterin in Ihrem Laden sehr hilfsbereit war.

  5. guten tag oliver,

    na – das ist ja dann wohl ein klassisches eigentor – von mir. und jetzt „muss“ ich meine suppe auslöffeln. in einem kommentar an anderer stelle habe ich ja schon eine kritische bemerkung bekommen, dass es nicht die feine art ist, über „kunden“ (öffentlich) zu reden. ich gebe zu, dass es ein experiment ist. auf der anderen seite nutze ich diesen blog als plattform auch kritisch mit den dingen umzugehen – im übrigen auch mit uns selber. diese ehrlichkeit und offenheit möchte ich mir nehmen und ist auch eine chance – gerade auch durch kommentare, wie der von ihnen. dadurch entsteht auch ein profil, wenngleich ich zugeben muss, dass es vielleicht manchmal etwas quer `rüberkommt.
    zum inhaltlichen.
    es tut mir leid, wenn es verstanden wird, dass wir „über unsere kunden denken“ oder „von kunden halten“. das ist durchaus nicht meine absicht. es geht immer um die sache an sich. das kommt durchaus live vor ort auch im geschäft vor. aber vielleicht ist das auch schwer in solch ein medium zu transportieren.
    ja – sie haben recht. mit 2 herstellern gibt es zur zeit massive schwierigkeiten. das ist nicht ihr problem. umso mehr ist es unser problem, weil wir das den kunden „verkaufen“ müssen. und glauben sie mir – das ist für uns sehr, sehr unangenehm und auch schwer. auch weil es immer an uns hängen bleibt. zu den einzelnen problemen werde ich sicherlich an anderer stelle etwas schreiben. die häufigkeit ist wiederum relativ. 10 bettwäschen mag auf der einen seite sehr viel sein – im verhältnis zu 200 lieferungen, die reibungslos verlaufen ist es auf der anderen seite wieder relativ wenig. aber diese fälle, in denen es nicht klappt, ärgern uns selber mindestens genauso. insofern kann man an 10 versprochenen bettwäschen auch schon eine gewisse wahrscheinlichkeit ablesen.
    und auch wenn ich mich an anderer stelle auch schon einmal kritisch (zu kunden) äussere war es an dieser stelle ziemlich wertfrei gemeint – im ernst. es ist im laufe der zeit eine beobachtung geworden, die ich hier „verarbeiten“ wollte. wir werden die sache mit der bettwäsche aber auf jeden fall beibehalten. denn es sind unsere fehler, bzw. unannehmlichkeiten für den kunden.
    alles in allem kann ich nur hoffen, dass ich sie nicht zu sehr geärgert habe – sozusagen noch als i-tüpfelchen zu dem anderen ärger. auch was die nicht eingehaltenen rückrufe angeht – das ist auch eine sache, die mich als kunde sehr frustriert, wenn ich in die situation gebracht werde aktiv zu werden und mich zu kümmern, obwohl es nicht meine aufgabe ist. auch daran arbeiten wir, weil wir wissen, dass das zeitweise eher suboptimal läuft. so stellen wir zur zeit fleissig ein, um diese engpässe in den griff zu bekommen. aber auch das werde ich hier im blog thematisieren.

    ich wünsche mir, dass dennoch kein schaler beigeschmack bleibt, wir irgendwie die kurve kriegen und sie viel freude an den möbeln haben werden und uns auch treu bleiben werden.
    in diesem sinne schicke ich ihnen freundliche grüsse und bedanke mich für ihren beitrag (im ernst)

    oliver beil

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