wahnsinn

wenn ich ein wenig jünger wäre, würde ich sagen – „sowas geiles habe ich lange nicht mehr gesehen. “
gestern abend abschlusskonzert der diesjährigen jazzrally in düsseldorf. im programm angekündigt als einer der besten und begabtesten schlagzeuger der gegenwart. Horacio „El Negro“ Hernandez . eigentlich hatte ich nach soviel geprotze schon gar keine lust mehr. aber gejuckt hat es dann doch. denn schliesslich spiele ich selbst mit grosser freude dieses wunderbare instrument. gesagt getan. was sonst nicht meine art ist: ganz nach vorne habe ich mich gemogelt, um direkt an der bühne zu stehen. ja – und was ich dann gesehen habe hat mich wirklich umgehauen. phänomenal, superklasse, mitreissend und fantastisch. dabei gefällt mir die musik nicht einmal so gut. aber was dieser typ auf dem schlagzeug geleistet hat, ist wirklich einmalig. geschwindigkeit, geschmeidigkeit gepaart mit absoluter präzision. eine  perfekte- wenn auch etwas ungewöhnliche – technik. verzeihen sie mir meinen überschwang – wenn sie schlagzeug spielen oder dieses instrument lieben, dann besuchen sie ein konzert von ihm – unbedingt!

Ein Kommentar zu “wahnsinn

  1. Hallo Oliver.

    Das hört sich ja ziemlich interessant an und ich werde mir gleich mal die Audiodatei anhören. Beim Lesen Deines Textes habe ich mich an ein Jazzfestival in Neuwied erinnert, dass ich vor etlichen Jahren mal besucht habe. Ich bin damals dahin, um mir Al DiMeola, Paco de Lucia und John McLaughlin anzusehen und zu hören. Da saßen wir also in dieser zum Konzertsaal umfunktionierten Turnhalle und ließen die Bands so an uns vorbei spielen.

    Aber zurück zum Thema Schlagzeug. Da wurde schon einiges aufgefahren. Eine Gruppe, deren Name ich schon wieder vergessen hatte, musste bestimmt einen eigenen Kleinlaster für das Schlagzeug dabei gehabt haben. Der Drummer hatte zwei Bassdrums, vier Hängetoms, etliche Standtoms und bestimmt für einen ganzen Jahresumsatz von Becken bei Zildijan gesorgt. Alles ziemlich bombastisch, aber irgendiwe ist da nichts bei mir im Gehörgang geblieben.
    Aber dann kam da so eine unscheinbare Dreiertruppe (Gitarre, Bass, Schlagzeug) auf die Bühne, von denen einer nach Punk und der andere nach Altersheim aussah. An den dritten kann ich mich garnicht mehr erinnern. Optisch hatte das für mich nichts mit Jazz zu tun aber dann legten sie los und es war genial.
    An einem winzigen Schlagzeug (besonders gegenüber der Vorgruppe) saß also dieser alte Mann, der optisch die Hundert damals schon weit überschritten hatte, und spielte den Schlagzeuggroßhändler der Vorgruppe locker an die Wand. Als es über ihm zu glitzern begann, versuchte ich mich zu erinnern, ob ich versehentlich irgendwas halluzinogenes zu mir genommen hatte oder die Ausdünstungen der anderen Zuschauer langsam zu wirken begannen, stellte aber fest, dass es der Schlagzeugbesen war, der sich gerade über dem Kopf des Schlagzeugers in seine Bestandteile auflöste. Gehört habe ich davon nichts und mit schlafwandlerischer Sicherheit hatte der Schlagzeuger einen neuen hervorgeholt, um ohne Unterbrechnung weiter zu machen. Sein Vorgänger hätte wahrscheinlich ertsmal ’nen Techniker kontaktiert.
    Der Schlagzeuger war übrigens Ginger Baker (Ex Cream) und die Gruppe nannte sich nach ihrem Bassisten Jonas Hellborg. Verständlich, dass ich mir erstmal ein paar LPs von denen kaufen musste.
    DiMeola, de Lucia und McLaughlin waren übrigens auch sehr gut, nur mehr oder weniger ohne Schlagzeug.

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