tagebucheintrag nr. 17

liebes tagebuch. die tage habe ich mir nach jahren wieder einmal ein politmagazin eines öffentlich rechtlichen senders angeschaut. es ging um die benachteiligte mittelschicht in unserem lande. als beispiel wurde eine 5 köpfige familie vorgestellt, die 3600 € netto plus 3 mal kindergeld zur verfügung hat. also über 4000 €. länger als 20 sekunden habe ich es dann aber doch nicht ausgehalten. allerdings lang genug um zeuge einer journalistischen meisterleistung zu werden. zitat: „statt cola oder saft gibt es leitungswasser. und nicht nur da müssen sie sich einschränken“. tja – da blieb mir trotz erwähnung diverser flüssigkeiten doch glatt die spucke weg. das nenne ich volksverdummung und populismus in perfektion. oder war es eine satiresendung? und wie verhöhnt müssen sich all die vorkommen, die wirklich wenig geld haben und sparen müssen? ein – im wahrsten sinne des wortes – ärmliches stilmittel, um ernsthafte inhalte zu transportieren.  und um missverständnissen vorzubeugen. nein – wir haben nicht mehr geld zur verfügung …

2 Kommentare zu “tagebucheintrag nr. 17

  1. Guten Morgen Oliver !
    Ja schlimm.

    Ich mußte 2009 in sechs Monate Hartz4. 683 Euro Höchstsatz für 1 Person. Davon gehen 410 Euro Warmmiete für eine 2 Zi-Wohnung ab, 35 Euro Strom, 50 Euro Telefon + Internet, Versicherungen ca. 60 Euro, Lebensmittel (nur Aldi möglich) 120 Euro, 10 Euro für den Friseur.
    Ein Auto ist nicht drin, weil nix über. Wegfahren, Ausgehen? Maximal um den Block – ohne Hund, denn den kann man sich auch nicht leisten. Restguthaben: – 2 Euro. Kleidung, Medikamente oder irgendwas anderes ist auch nicht drin. Und wer dann keinen Nebenjob findet ist schlecht dran. Da bekomm ich einen dicken Hals,wenn gut Verdienende sagen, von Hartz4 kann man zur Not auch gut leben.

  2. hallo thomas,

    das ist in deinem fall der tat nicht schön gewesen. da gebe ich dir recht. aber ich kenne auch einige fälle, in denen das geld reicht. aber ohne eine grundsatzdiskussion vom zaun brechen zu wollen. mich hat einfach geärgert, wie suggeriert wird, dass eine familie leitungswaser trinken muss, weil sie „nur“ 4000 € zur verfügung hat. wo bleibt da die verhältnismässigkeit und welches anspruchsdenken liegt dem zu grunde? da schliesst sich wieder der kreis zu deinem persönlichen beispiel.

    schöne grüsse

    oliver

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