oliver beil - dem chef sein blog. alles wichtige und unwichtige rund um die kinder räume ag in düsseldorf



von büroklammern und anderen erfolgsgeheimnissen

Juni 3rd, 2008 oliver geschrieben in leseecke 4 kommentare »

strom gibt es nicht umsonst! für 98% der leute, die hier arbeiten, wird das eine riesen überraschung sein. warum ich da so sicher bin? nookie machte eines abends einen kleinen rundgang durch das bürogebäude und stellte fest, dass so viele lichter und geräte eingeschaltet waren, dass man mit dem geld ein jahr lang bangladeshs komplette stromrechnung begleichen könnte.
den geruch von brennendem geld mochte ich nie, insbesondere, wenn es mein geld ist. die sorglose verschwendung von strom ist reinste geldverbrennung.
von heute gibt es zwei revolutionäre neue regeln. machen sie die lichter aus, wenn sie einen raum verlassen, und schalten sie alle geräte aus, wenn sie abends nach hause gehen. mit konzentration, hingabe und muskelkoordination werden wir es schaffen! nookie empfahl uns, einen therapeuten zu engagieren, um uns dabei zu helfen, diese grosse berufliche veränderung zu meistern, aber ich glaube, er unterschätzt die leute. beweisen sie mir, dass ich recht habe. oder es geht ab zum therapeuten.

das ist einer von vielen texten aus oben genanntem buch. geschrieben von alan greenberg. viele jahre chef von “bear stearns”, wohl eine der bekanntesten investmentbanken.
in dem buch sind eine reihe von memos veröffentlicht, die greenberg an seine mitarbeiter regelmässig versendet hat.
unterhaltsam, pointiert und in vielen fällen sehr spitz und direkt formuliert. man muss nicht alles gut finden, was er dort zum besten gibt. viele anregungen, denkanstösse, kurzweil und vor allen dingen gute unterhaltung findet man in diesem buch allemale.
von büroklammern und anderen erfolgsgeheimnissen. (bei amazon)

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pure anarchie -woody allen

Mai 26th, 2008 oliver geschrieben in leseecke noch keine kommentare »

zugegeben – ich bin befangen. seit ich mich kenne bin ich woody allen fan. seiner (dreh)bücher fast noch mehr, als seiner filme. und so gehört auch das buch “pure anarchie” zu den büchern, die ich mir für ruhige momente aufgehoben habe, um die einzelnen geschichten zu geniessen. wer also eine einstiegsdroge benötigt (weil etwas einfacher, als seine anderen bücher), kann es ja mal damit versuchen.
allerdings muss man ihn bzw. seinen (schreib)stil mögen – aber damit habe ich ja, wie schon oben erwähnt, keine probleme.
zwei kleine relativ wahllos ausgesuchte ausschnitte. wahllos deswegen, weil das ganze buch in diesem stil ist.

“ich bin wirklich erleichtert, dass sich das universum endlich erklären lässt. ich dachte schon, das problem läge bei mir. nun zeigt sich, dass die physik, wie in nerviger verwandter, auf alles eine antwort hat” … wie hätte mir verborgen bleiben können, dass es im universum kleine teilchen von “plancklänge” gibt, die ein millionstel von einem milliardstel von einem milliardstel milliardstel zentimeter gross sind? wie schwer wäre so etwas wiederzufinden, wenn es uns in einem dunklen kino runterfiele. und wie funktioniert die schwerkraft? und müsste man, wenn sei plötzlich aufhörte, in bestimmten restaurants trotzdem noch jackett tragen? immerhin weiss ich aus der physik, dass einem, der am ufer steht, die zeit schneller vergeht als jemanden auf einem schiff, besonders, wenn der auf dem schiff seine frau dabeihat.”

“die tatsache, dass sie vor neun jahren gefeuert worden war, hielt sie nicht davon ab, weiterhin zum saubermachen zu kommen, und die washburns schätzten ihre dienste mehr denn je, seit sie ihr kein lohn mehr zahlten. bevor sie bei den washburns anfing, war sie pferdeflüsterin auf einer ranch in texas gewesen, doch sie hatte einen nervenzusammenbruch erlitten, als ein pferd zurückflüsterte. “am meisten verblüffte mich” erinnert sie sich, “dass es meine sozialversicherungsnummer kannte.”

hier kann man es sich anschauen (bei amazon): pure anarchie. stories

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zusammen ist man weniger allein

April 4th, 2008 oliver geschrieben in leseecke 2 kommentare »

… ist ein buch von anna gavalda. eines vorweg – es ist keine anspruchsvolle literatur und es hat keine grosse und umfangreiche handlung, wie man beim umfang des buches zunächst vermuten könnte.
aber es ist eine wunderbare geschichte, in die man abtauchen kann. sie handelt von 4 auf den ersten blick völlig unterschiedlichen charakteren, die mehr oder weniger durch zufall zueinander kommen und sich in einer wohngemeinschaft arrangieren müssen und dies auch tun. es ist mir schwer gefallen das buch zur seite zu legen, denn es war im besten sinne gute unterhaltung, bei der die menschen und ihre eigenarten im vordergrund stehen und nicht die handlung als solches. es ist teilweise anrürig und sentimental ohne kitschig zu werden und es ist im besten sinne leicht, ohne oberflächlig zu sein. ich behalte es in sehr schöner erinnerung.

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ich und kaminski

März 27th, 2008 oliver geschrieben in leseecke noch keine kommentare »

von daniel kehlmann. viele werden ihn bzw. sein buch “die vermessung der welt” kennen. als ich es vor 2 jahren gelesen hatte, war ich begeistert. viele, viele hundert bücher habe ich hinter mir – aber dieses ist mit sicherheit in meiner persönlichen bestsellerliste ganz weit oben.
daniel kehlmann hat aber noch einiges andere zu bieten. zum einen “unter der sonne”. ein kleiner erzählband, in dem es um sog. alltäglichkeiten geht. sehr kurzweilig und spannend aber im besten sinne auch völlig unspektakulär.
aktuell gelesen habe ich aber “ich und kaminski”. das buch erzählt die geschichte eines (kunst)studenten, der die biographie eines alten und blinden malers schreiben will. ein holpriger weg führt dorthin, weil zum einen familie und zum anderen kaminski selbst in den griff zu bekommen sind. wie schon in “die vermessung der welt” besticht dieses buch durch wunderbare dialoge und situationsbeschreibungen, die in den bann ziehen.

Die Vermessung der Welt. (bei amazon)

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abspann

Februar 28th, 2008 oliver geschrieben in leseecke noch keine kommentare »

… ist der titel des buches – von steve tesich. so richtig weiss ich immer noch nicht, was ich davon halten soll. gelesen in drei tagen und kaum fähig gewesen es wegzulegen.
stilistisch und sprachlich hatte ich teilweise schwierigkeiten. einige charakteristische formulierungen werden teilweise (zu oft) wiederholt, was die einmaligkeit untergräbt. manche forumulierungen sind “zu gewollt” für meinen geschmack, ohne, dass sie dem anspruch und dem sinn dahinter gerecht werden. die erzählform wird während des romans geändert, was bzgl. des inhaltes un der geschichte vielleicht sinn macht, aber auch störend wirkt. und der grösste knackpunkt? das buch rast mit einem irsinnigen tempo auf den höhepunkt zu. danach kommen aber noch 100 seiten, die verhältnismässig dahinplätschern.
die geschichte ist intensiv. sie fesselt und lässt nicht mehr los. die figuren sind ebenso fesselnd. das bucht zieht in seinen bann und man fiebert der auflösung entgegen, obwohl es keine gibt. es lebt von andeutungen, die eigentlich klar machen, “was sache ist”. allerdings werden diese andeutungen nie “offiziell” bestätigt. die geschichte reisst mit und fasziniert. und obwohl locker – flockig geschrieben und mit latenten prise humor versehen, ist es von der ersten zeile eigentlich todtraurig. dabei ist es ein allerweltsthema, das am anfang steht. ein mann auf der suche nach sich selbst, gefangen zwischen der liebe zu seinem (adopierten) sohn und der vermeindlichen liebe zu den frauen, versucht an einem entscheidenen und scheinbar zufalligen wendepunkt seines lebens, sein eigenes drehbuch (um) zu schreiben. während er sich bis dato eher passiv und phlegmatisch seinem leben versucht hinzugeben, nimmt er die zügel in die hand und fängt an zu lenken.
ich weiss, dass das alles und nichts heissen kann. mehr sei aber nicht verraten. unter`m strich: lesen!

Abspann (bei amazon)

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am hang

Februar 14th, 2008 oliver geschrieben in leseecke noch keine kommentare »

so heisst eines der bücher von markus werner. es ist in meinen augen mit abstand der beste und intensivste seiner romane – und die sind alle nicht schlecht, wie ich finde. aber vorsicht. das buch zieht von der ersten seite in einen strudel. intensiv, fesselnd und einfach wunderbar. relativ früh fängt man an zu ahnen und ist dann doch überrascht.
zwei männer treffen im tessin scheinbar zufällig aufeinander und lernen sich kennen. sie kommen sich näher und aus einer zufälligen bekanntschaft entwickeln sich gespräche voller tiefe, die weder die beiden noch den leser loslassen. am ende müssen sie entdecken, dass sie mehr gemein haben, als man ahnen konnte. einer seiner markenzeichen ist die überraschung, die irgendwie doch so keine ist, weil sie eine logische konsequenz der geschichte ist. in diesem fall ist sie auch nicht ganz so “dramatisch”, wie in “die kalte schulter”. aber ebenso intensiv und unter die haut gehend. so – mehr wird nicht verraten. lesen!

Am Hang. (bei amazon)

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achtung baustelle

Februar 4th, 2008 oliver geschrieben in leseecke noch keine kommentare »

auf der suche nach einer passenden einschlafhilfe fiel mir ein kleines büchlein von wilhelm genazino in die hand, das ich noch nicht gelesen hatte. das buch trägt den titel “achtung baustelle” und ist keine erzählung oder ein roman, sondern vielmehr eine analyse von ihm ausgewählter sätze der literatur. darunter finden sich schmuckstücke wie:
“ich sehnte mich danach, den schrank schrumpfen zu sehen”,
“der mensch von 1950: er fickte und las zeitung”,
“ich lese auf meinem zimmer proust, fresse dazu marzipan”.
ein genuss die interpretationen und analysen zu diesen und anderen zitaten zu lesen. feinsinnig und ein hauch von ironie. so, wie man genazino von seinen romanen kennt.
im zweiten teil des buches stellt er eine kleine auswahl von schriftstellern vor. biographisch und erklärend. dazu gehören james joyce oder marcel proust. dazu gesellt sich ein bericht über seine literarische arbeit mit strafgefangenen. diesen abschnitt fand ich persönlich am beeindruckensten. den abschluss des buches bilden drei seiner reden zu veranstaltungen und preisverleihungen.
problem: das buch eignet sich nicht wie gedacht als einschlafhilfe. dazu ist es zu intensiv, wenn man wilhelm genazino und seine art zu schreiben denn mag. und das tue ich …

Achtung Baustelle. (bei amazon)

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